Simulationsparameter in der Transportberechnung

Transport simulationstoleranz Simulationsparamter Ressourcenbedarf glätten Transportberechnungsstrategie explanation of simulation parameters

In frühen Planungsphasen sind die Eingangsdaten oft noch sehr ungenau.

Da ipolog immer mit konkreten Zeitpunkten und Verbräuchen am Verbauort rechnet, gibt es seit dem Release 2018-03 die Möglichkeit, Simulationsparameter einzustellen.

Im Folgenden wird anhand eines einfachen Beispiels der Umgang damit erklärt.

Hinweis: Erzeugt ein ipolog Nutzer selbst Produktionsdaten, ist standardmäßig "grob" als Simulationstoleranz eingestellt. Bei einer Umstellung auf "feine" Berechnung wird standardmäßig eine Simulationstoleranz von 45 min. verwendet.

Grundlage bildet ein logistisches Mengengerüst mit 10 Teilenummern.

Es sollen zehn Produkte gefertigt werden.

Das ist über das Submodul "Produktionsdaten" in der Projektkonfiguration zu definieren, wo auch die Bereitstellanforderungen aus dem Logistischen Mengengerüst erzeugt werden können.

Eine andere Möglichkeit Bereitstellanforderungen für die weitere Berechnung in der Software zu verwenden, ist der Import eines Produktionsprogramms in ipolog 4 Workspace und der anschließende Export von Bereitstellanforderungen aus diesem Modul. Die aus ipolog 4 Workspace exportierten Bereitstellanforderungen sind anschließend in ipolog 4 Material Flow zu importieren.

Die Parameter (Modul Materialflussplanung > Versorgungsketteneditor) sind pro Teil  wie folgt eingestellt:

Somit entstehen zum Verbrauchszeitpunkt der Teile am Band zehn Transporte gleichzeitig. Hintergrund ist, dass pro Produktionsauftrag jeweils jedes Teil benötigt wird. Durch zehn Produktionsaufträge wird ein Ladungsträger verbraucht, weshalb jedes Teil ein Mal an den Verbauort (Senke) geliefert werden muss. Die Anzahl der Teile pro Ladungsträger wird im Logistischen Mengengerüst definiert.

Das aktuelle Planungsergebnis sieht vor, dass um 5:21:50 Uhr genau zehn Stapler parallel benötigt werden, da der Transportauftrag zur selben Zeit stattfindet (Frühster Bereitstellzeitpunkt 5:21:50, Spätester Bereitstellzeitpunkt 5:21:50).

Auswahl der Berechnungsgranularität

Unter dem Tab "Simulationsparameter" kann zwischen zwei Berechnungsoptionen ausgewählt werden:

Option 1: Ressourcenbedarf fein berechnen

Option 2: Ressourcenbedarf grob berechnen

Option 1: Ressourcenbedarf fein berechnen

Eingabe Simulationstoleranz.Erklärung und Beispiel:

Die Simulationstoleranz beschreibt die zeitliche Abweichung  [in Minuten] vom Frühesten und Spätesten Bereitstellzeitpunkt (FBZ/SBZ) zur Erfüllung von Transportaufträgen. Eine Simulationstoleranz von 0 Stunden bedeutet, dass die Aufträge ausschließlich zwischen FBZ und SBZ erfüllt werden. Eine Simulationstoleranz von 4 Stunden bedeutet, dass die Aufträge kalkulatorisch 2 Stunden vor FBZ und 2 Stunden nach SBZ erfüllt werden können.

Der Wert kann hier eingestellt werden:

mceclip1.png

Hinweis: Die Aufträge bleiben dabei erhalten, es werden lediglich die möglichen Zeitfenster der Transporte angepasst.

Option 2: Ressourcenbedarf grob berechnen

Erklärung und Beispiel:

Ressourcenbedarf glätten bedeutet, dass die Transportberechnung auf Basis der Gesamtnettoarbeitszeit des jeweiligen Transportmittels durchgeführt wird. Der frühestmögliche Bereitstellzeitpunkt (FBZ) und spätestmögliche Bereitstellzeitpunkt werden bei der Grobberechnung jeweils um 24 h erweitert.

Transportaufträge können damit außerhalb des errechneten Bereitstellzeitpunktes liegen. Diese Art der Transportberechnung hilft dem Planer einen Überblick über die Anzahl, nicht aber über die Terminierung der Transportaufträge zu verschaffen.

Transportberechnungsstrategie

Transporte werden in ipolog grundsätzlich so spät wie möglich eingeplant.

Transportberechnungsstrategie Spät

Fall 1:

SBZ liegt nicht in einer Pausenzeit, so gilt Ende Entladen Vollgut = SBZ

Fall 2:

SBZ liegt in einer Pausenzeit, so gilt Ende des Transports = Pausenstart

Transferfahrten in Pausen erlauben

In den Simulationsparametern kann festgelegt werden, ob in den Pausen Transferfahrten stattfinden dürfen. Als Transferfahrten gelten hierbei nur Fahrten vom Endpunkt eines Auftrags zum Startpunkt eines neuen Auftrags. Sie sind somit immer Leerfahrten.
In neuen Projekten ist diese Funktion standardmäßig deaktiviert.

mceclip0.png